Jutta Menningen | Ulli Herschbach

Voicing eine Frage von Empfindung

Gepostet von am Jan 10, 2015

Heute verbrachte ich Zeit für die Idee eine eigene „Stimme oder Musikfarbe“ zu haben. Genauer. Eine eigene Handschrift in der Komposition zu festigen. Es gibt einige Musiker, die ich anhand ihrer Notenfolgen oder ihrer musikalischen Idee oftmals erkennen kann. Aber es gibt etwas, das über diesen Bereich der leichten Identifikation hinausgeht. Hier bedarf es Entwicklung und Förderung. So mancher Musiker, wie auch ich, haben einige Zeit dabei verbracht, herauszufinden welche Idee und Ambition hinter einem Voicing oder einer Komposition stecken. Nicht selten gleichzeitig auch das Klangkonzept des Stückes herauszuhören. Dieser Prozess der Verinnerlichung von Styles und Sounds prägt uns schließlich zu den Musikern, die wir wahrscheinlich sein möchten. Wir wünschenuns und hoffen, dass unser eigenes „Ding“ in Erinnerung bleibt.
Ich habe Verschiedene sagen gehört, dass das Zeitalter der Prägung eigener einzigartiger Stile in der Jazz-Improvisation immer mehr verschwindet. „Früher war alles besser!?“ Ich bin zwar nicht mit dieser Einschätzung einverstanden, aber diese Vorstellung konnte ich zeitweise nicht loslassen. Es kursierte eine Zeit lang in meinem Kopf.

Ich habe gelegentlich Albumbewertungen über jüngere Künstler gelesen, wo die Autoren behaupten, dass der Künstler keinen eigenen Style gefunden hätte und offensichtlich noch auf der Suche nach eigener Note sei.

Was ich inzwischen denke ist, dass die Beurteilung einer „eigenen Note“ subjektiver ist, als ich dachte. Mein Rat an die Leser ist, die Aussagen der Schreiberlinge nicht so absolut zu nehmen! Wer weiß, wie eingehend und kompetent sich der Kritiker mit der gesamten Musik des Künstlers auseinandergesetzt hat. Letztendlich liegen Gefallen und Nichtgefallen m.E. im Ohr jedes einzelnen Betrachters* (Hörers).

Keep swingin’!
Ulli Herschbach im Januar 2015

PS.:  Zitat von William Shakespeare: „Mein Lieber Lord Boyet, obwohl meine Schönheit nur durchschnittlich ist, benötigt Sie nicht die Ausschmückung eures Lobgesangs, denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters und muss nicht durch die Zunge des Hausierers angepriesen werden.“

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Die GITARRE und die Vielfalt von Saiten und Stimmbändern

Gepostet von am Okt 2, 2014

Die GITARRE und die Vielfalt von Saiten und Stimmbändern

Gitarre und Stimme
… anderthalb Stunden dauert so ein Konzert, und es kann für das Publikum ganz schön langweilig werden. Hmm!
Es sei denn, man schafft es, diese unglaubliche Vielfalt der sechs Saiten im Zusammenspiel mit der Stimme, der Persönlichkeit des Sängers,
der Sängerin und verschiedenen spannenden und packenden perkussiven Elementen so einzusetzen,
… dass es so Manchen fesseln und berühren kann!

Harmlos und vertraut sieht sie aus, wie eine Gitarre halt so aussieht, wenn  man sie bei geöffnetem Deckel im Gitarrenkoffer liegen sieht.
Dabei hat sie, in den richtigen Händen, viel, viel mehr zu bieten als die üblichen Schrumms-Akkorde.

K.YAIRI CE1 classic_head

Gitarre? Nöö, ‚was Besonderes ist das nicht!
Links drei Finger drauf, dann rechts über die Saiten geschrammelt, … schrumms, schon ist er fertig, der Akkord.
Aber es geht auch anders.

Also:       DIE GITARRE und die Vielfalt der sechs Saiten.
DIE STIMME und die Vielfalt der Persönlichkeit.
Daraus kann man (frau) doch was basteln (stricken).

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Information über LUSTGARDEN acoustic-duo

Gepostet von am Sep 14, 2014

LUSTGARDEN spielt Vocal-Jazz mit Latin-, Folkrock- & Blues-Elementen. Das Duo präsentiert sich in der Regel nur konzertant, mit 2 Gesangsstimmen und Gitarrenbegleitung.
Ein Konzert dauert gegen 2 Stunden. Es wird oft in 2 oder 3 Programm-Blöcken gespielt. Je nach Erfordernis des Veranstalters finden sich auch andere passende Konstellationen.
Wie zum Beispiel bei einem Hotel-Restaurant, das zu „Live & Lecker“ | „Lecker & Live“ einlädt. Hier wird in Absprache mit der Küche des Hauses, die Länge der Blöcke angepasst und richtet sich auf das zeitgenaue Servieren der Speisen „à la minute“. Nicht wie bei der typischen, klassischen dinnermusic/Dinnermusik, die instrumental und als Dauerberieselung erklingt, spielt LUSTGARDEN zwischen den Gängen und hilft auf künstlerische Weise mit vocals & guitar beim Verdauen.

acoustic steel western

LUSTGARDEN bringt seine eigene kleine Beschallungsanlage mit, die in jeden Raum passt.  Mit der wandelbaren Anlage können bis zu ca. 120 Personen beschallt werden.
Die erforderliche Bühnengröße beträgt mindestens 2 x 2 m. Die Stromversorgung an der Bühne sollte frei von Kühlanlagen sein. Eine Lichtanlage ist nicht dabei.

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Das Lied in früherer Zeit

Gepostet von am Sep 11, 2014

Das Lied in früherer Zeit

Seit alter Zeit haben Menschen ihre tiefsten Gefühle durch Klang, Musik und Lied ausgedrückt. Worte allein konnten die Intensität von tief empfundener Freude, Kummer, Sinnlichkeit, Horror, Schmerz, Triumph und Religiosität nicht auszudrücken. Es ist die innere Natur eines menschlichen Wesens, mit Klang und Lied auf tief empfundene Erfahrungen zu antworten es ist eine Antwort, die tief im Bewusstsein des Menschen verankert ist. Die Alten wussten um die Wirkung von Klang, Lied und Rhythmus auf Materie. Sie schufen spezielle Energiefelder, um die Ausführung von Arbeitsaktivitäten zu unterstützen und die Koordination von Bewegung in Gruppen von Menschen zu erleichtern, sogar wenn Werkzeuge und Maschinen benützt wurden. Dadurch waren erstaunliche Ergebnisse möglich. Gleichzeitig wussten sie, wie Klang die Ebenen des Bewusstseins beeinflusst. Während religiöser Riten waren sie in der Lage, spezielle Klangmuster im Chor zu kreiren, die essentielle Zustände hervorriefen und Türen öffneten zum Erleben des Göttlichen. In den Heilkünsten wurden Klang und Lied benutzt im tiefen Verständnis und Wissen über deren Wirkungsweisen. Erst in den letzten Jahren haben wir wieder begonnen, die Schwingungseffekte von Tönen auf die Zellen zu erforschen und sie als Heilmittel anzuwenden.

Das Lied heute

Unsere westliche Kultur hat Stück für Stück das Verständnis dafür verloren, was die Stimme an Möglichkeiten für Kommunikation, Heilung, Therapie, psychologische und spirituelle Transformation bietet. Da sie mentale Aktivität und eine mechanische Vision der Wirklichkeit bevorzugt, ist das Singen reduziert worden auf Unterhaltung für andere. Sehr präzise Vorstellungen, wie der Gesang klingen sollte, haben sich entwickelt. Wenn wir uns an diese Modalitäten nicht anpassen können, erklären wir uns und andere als nicht fähig zu singen und wir glauben, dass nur wenige talentierte Leute es können. Das Medium Voicing hilft Dir zu verstehen, dass Singen, wie Malen und Tanzen, Dein Geburtsrecht ist. Jeder Mensch kann singen, wenn er das Lied als direkten Ausdruck seiner Gefühle und Sehnsüchte erlebt.

Der Zugang

Voicing will uns empfänglicher machen für Klang. Voicing will auch unser Singvermögen wiederbeleben. Voicing möchte unser Wissen um Klang und wie er unser Wesen beeinflusst, erweitern. Dafür werden verschiedene Wege benutzt. Wer sich auf Voicing einlässt, wird die Verbindung zwischen der inneren Welt und der Singstimme wiederentdecken. Durch spezielle Techniken und Gruppensituationen wird er unterstützt, leicht nach innen zu gehen und die Stimme als Pferd zu benützen, auf dem er das innere Territorium entdeckt egal, wie es aussieht oder klingt.
Die meisten unserer Probleme, wie depressive Zustände, Unzufriedenheit, Schmerzen etc. werden durch die Stagnation von Energie verursacht, die durch Glaubenssätze erhalten wird, die wir bewusst oder unbewusst angenommen haben. Diese Blockaden begrenzen unsere Spontaneität und unsere natürliche Reaktion auf die Stimuli des Lebens.
Durch Voicing wird der Teilnehmer ermutigt, seinen Glaubenssätzen und Überzeugungen zu begegnen, sie herauszufordern und seine ängste durch das Singen zu konfrontieren. Singen ist tatsächlich das beste Mittel, solche Blockaden aufzulösen.
Der Raum von Vertrauen und Annehmen, der geschaffen wird, erlaubt es dem Teilnehmer, sich selbst und dem anderen seine verschiedenen Anteile zu zeigen, einschliesslich seiner Schattenseiten. Er wird unerwartete, manchmal sogar erschreckende und herausragende Timbres und Töne in seiner Stimme entdecken, die seine Palette an Ausdrucks und Kommunikationsmöglichkeiten immens erweitern. Viele Jahre lang war das Schreien in der Therapie ein Mittel für Ausdruck und emotionale Befreiung. Durch Schreien wirst Du etwas los, das Dich innerlich bedrückt. Manchmal ist das nötig, um den Druck zu verringern, aber die wirkliche Heilung, das wirkliche therapeutische Mittel liegt im Annehmen und tiefen Verstehen.
Der grosse Schatz im Singen ist das Annehmen. Du kannst nicht singen, was Du nicht annimmst. Das Lied gibt Gefühlen wie Schmerz, Wut, Kummer etc. Ausdehnung und Würde. Durch diesen Akt von Annehmen und Feiern, lösen sie sich auf in ein tiefes Wohlgefühl eine Empfindung von „ganz mit sich in Berührung sein“.
Mit dem Praktizieren von Voicing wird der Teilnehmer sich bewusster, wie seine innere Welt funktioniert, und er erkennt, dass nicht nur seine Emotionen, sondern auch sein innerer Dialog Vibration besitzt und eine Klangstruktur aufweist.
Dies durch das Singen auszudrücken, aktiviert eine Transformation von der psychischen Ebene bis in den Bereich des Wesens, der Essenz.
Deine eigene Persönlichkeit, Deine eigenen Emotionen und Deine eigenen Gedankenformen zu singen, gibt Dir die Möglichkeit, etwas Distanz zu gewinnen und Dich nicht mehr mit ihnen zu identifizieren. Voicing kann auch als Meditationstechnik benützt werden aktiv und zugleich kreativ. In diesem Sinne kann das Singen als Brücke gesehen werden von Persönlichkeit zu Spiritualität. Das Neue ist, dass jeder zu jeder Zeit sich selbst heilen kann. Voicing ist zweifellos ein therapeutischer Ansatz der Zukunft.

Resonanz

Eine erstaunliche Eigenschaft des Klangs ist Resonanz. Diese Resonanz ist das Zeichen von einem Moment der Wahrheit und sie kann deshalb als eine Art innerer Führer betrachtet werden. Es ist nicht von Bedeutung, ob das Singen heiser, misstönend, ungewöhnlich eindrucksvoll oder erschreckend ist; wenn der Teilnehmer den Mut hat, dabei zu bleiben und völlig hineinzugehen, wird der Ton die Qualität von Resonanz annehmen. Cantare la propria personalità, le proprie emozioni e le forme pensiero, permette di prenderne distanza fino alla desidentificazione.
Mit etwas übung wird er lernen, die Resonanz als ein Signal zu erkennen, dass etwas Wahrhaftiges aktiviert worden ist, das ausgedrückt werden möchte.
Wenn ein Ton resonant ist, bedeutet das, dass er eine Sequenz von Obertönen produziert. Diese besondere Sequenz finden wir in unterschiedlichen Offenbarungen des Lebens. Sie ist offensichtlich auch präsent zwischen den Planeten.
Dieses Phänomen zeigt uns, dass ein resonanter Ton (egal, wie er klingt) in perfektem Einklang mit dem Universum ist und deshalb das Recht hat, ausgedrückt zu werden.

Das Hören

Um die Verbindung zwischen der eigenen Stimme und der inneren Welt zu entwickeln, müssen wir die Kunst des Hörens, oder besser des Zuhörens, üben.
Normalerweise können wir Töne, die wir nicht hören, auch nicht produzieren. Wahres Zuhören ist nicht einfach nur mechanisch, es ist ein holistischer Zustand von Aufmerksamkeit des ganzen auditiven Szenario«s, in dem wir uns befinden. In unserer modernen Welt lässt sowohl die visuelle Reizüberflutung, als auch die anwachsende „Geräusch-Verschmutzung“ unsere Hörkapazität schwinden.
In die Kunst des Zuhörens wiederzuerwachen erhöht Rezeptivität und Zentriertheit und öffnet die Tür zur Stille des Herzens, die, paradoxerweise, manchmal „gehört“ werden kann. Verschiedene mystische Traditionen haben vom „tonlosen Ton“ gesprochen.

Werkzeuge zur Erforschung

Voicing lehrt einen bestimmten Gebrauch der Singstimme. Es betont, ohne einzugreifen, die Einzigartigkeit der Stimme jedes einzelnen Menschen.
In dieser Arbeit erforschen wir verschiedene Timbre und Stimmlagen von der tiefsten zu der höchsten. Jede Ton-Gruppe löst verschiedene Themen aus, die mit der Chakra-„Landkarte“ und der korrespondierenden Bewusstseinsebene zu tun haben.
Jede Emotion, jeder Persönlichkeits und jeder Wesensanteil in uns hat seine bestimmte Qualität von Timbre, Klang, Tonhöhe und einen bestimmten Platz im Körper, wobei die genaue Zusammensetzung in jedem einzelnen unterschiedlich ist.
Techniken aus der Bio-Energetik, Zentrieren, Atem, Schamanismus, Heilmethoden, wie auch Hypnose, NLP und verschiedene Meditationstechniken werden benützt, um die Erforschung der Stimme zu unterstützen.
Wir verwenden, auch im Singen, verschiedene Arten des Jibberisch.
Die Sprache ist viel mehr mit den kulturellen Konditionierungen verknüpft und ist deshalb im Voicing meist ausgeklammert. Trotzdem ist natürlich eine bestimmte Artikulation nötig, um all die inneren Erfahrungen auszudrücken Vokale allein können dies nicht ermöglichen.
Es war interessant zu beobachten, dass Japaner, und auch andere Asiaten, sich sehr leicht auf Voicing einlassen und sehr davon profitieren, weil ihre kulturellen Konditionierungen in einem sehr komplizierten Sprachkode eingeschlossen sind. Dies erklärt ihre Begeisterung für das Singen und ihre erstaunliche Fähigkeit, vielen Dimensionen in sich zu begegnen und sie ohne Hemmungen durch das Singen zu äussern.
Ein weiterer Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Kunst des Hörens:
– den Stimmen der anderen und der eigenen zu lauschen.
– Musik und Lieder verschiedener Kulturen durch die verschiedenen Körperzentren zu lauschen.
– Naturgeräuschen und Musikinstrumenten in einem Trance Zustand zu lauschen, um zu entdecken, wie diese Klänge
die physischen, emotionalen und feinstofflichen Körper und ebenso die verschiedenen Bewusstseinsebenen beeinflussen.

QUELLE:  http://www.voicing-institute.com

AUTORIN:  Pratibha de Stoppani – VOICING© approach

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